Retablo

Vincenzo Consolo

Retablo

Roman

Aus dem Italienischen von Maria E. Brunner

Gebunden mit Schutzumschlag, 180 S., 13,5 x 21 cm

ISBN 978-3-85256-314-5

€ (D/A) 19,50 / € (I) 18,50

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Liebe als Leidenschaft, als Wahn und Verstrickung vor dem Hintergrund Siziliens im 18. Jh. – Tafelbild und pikareske Erzählung, meisterhaft gewoben zu einer Parabel.

Fabrizio Clerici, Maler, Spross einer der mächtigsten Familien Mailands, tritt eine Reise nach Sizilien an, zu den Stätten der Antike, um auf den Spuren der siculo-griechischen Kulturen und Sprachen seine Angebetete, Teresa Blasco, zu vergessen. In Palermo an Land gegangen, heuert der Künstler einen entlaufenen Mönch als ortskundigen Führer an – Isidoro, der aus Liebe zur blutjungen Rosalia den Ertrag aus Ablassverkäufen unterschlägt und sich aus dem Kloster davonstiehlt. Der Liebeswahn des einen spiegelt sich im Liebeswahn des anderen auf einer höheren gesellschaftlichen Ebene wider. Consolos Sprache ist ein Pastiche, eine vielfach gewirkte Kunstsprache aus lombardischen und sizilianischen Dialekten, Gelehrtensprache des 18. Jhs. und meditativen wie umgangssprachlichen Tönen.

> Pressestimmen zum buch

„'Retablo' ist ein Delirium des Barock im Spiegel der Aufklärung.“

Leonardo Sciascia

„Ein wunderbares Buch, ein Buch der Wunder! [...] Neben der gelassenen und doch konzentrierten Erzählweise Consolos ist es dieser ungeheure Reichtum an Erscheinungen, der die Lektüre von 'Retablo' zu einem einmaligen Erlebnis macht.“

Neue Zürcher Zeitung

„Consolo ist ein stilistischer Könner und in seinen Romanen tritt man ein wie in ein Spiegelkabinett, in dem sich die Gedankenwelten des 18. und 20. Jahrhunderts gegenseitig erhellen.“

Die Presse

„In seiner raffiniert polyphonen Sprache schildert Consolo ein historisches Italien, das klare Züge der Gegenwart trägt.“

Der Standard

„Vor allem aber ist 'Retablo' ein Roman über die Liebe; die Liebe zu Rosalia, die mal als junge Prostituierte in Palermo, mal als Schutzheilige der Stadt, dann wieder in einem Caravaggio-Bild auftaucht – als Vezierbild unterschiedlicher Sehnsüchte. Der Ich-Erzähler neidet der Malerei die Fähigkeit, alles gleichzeitig in den schönsten Farben und Formen wiedergeben zu können. Das klingt nach falscher Bescheidenheit, ist es ihm doch sehr wohl gelungen, mit den Mitteln der Literatur eine wunderschöne Hommage an die Einbildungskraft und deren Geschichte zu erschaffen.“

Falter

„Es gehört zum Vergnügen der Lektüre, die vielen gelehrten Anspielungen zu entschlüsseln, die in diesem Buch verborgen sind, aber – und das macht den literarischen Rang des Romans aus – die spannende, märchenhafte Erzählung leidet kaum, wenn man davon nichts weiß.“

Die Berliner Literaturkritik

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