St. Hippolyt – Siedlungs- und Kultplatz mit Aussicht

St. Hippolyt – Siedlungs- und Kultplatz mit Aussicht

Bereits in der Jungsteinzeit, ab etwa 4.000 v. Chr., bestand auf dem Hügel von St. Hippolyt eine Siedlung. Er ist nicht nur einer der geschichtsreichsten Orte in Südtirol, sondern lockt auch mit einer wunderbaren Aussicht über das Etschtal mit seiner Vielzahl an Ortschaften, Schlössern und Burgen. Von Völlan führt eine liebliche Rundwanderung hier vorbei.

Auf der Anhöhe befinden sich mehrere schöne Schalensteine und Felsrutschbahnen. Aus der späten Eisenzeit stammt hingegen ein Brandopferplatz, der unterhalb des Steilabfalls im Süden entdeckt wurde. Vertiefungen im Boden, die noch heute auf der Kuppe ausfindig zu machen sind, stammen wohl von unterkellerten rätischen Häusern aus der späten Eisenzeit. Es ist kein Zufall, dass auf dieser Anhöhe ein Kirchlein errichtet wurde. Wie so oft, wollte man auf diese Weise eine urgeschichtliche, heidnische Kultstätte christianisieren. Das erstmals 1286 urkundlich erwähnte Kirchlein hat sicher einen noch älteren Vorgängerbau gehabt. Es ist dem Soldatenheiligen Hippolytus geweiht, was wiederum auf die kriegerische Vergangenheit dieses Ortes verweist. Wegen der zahlreichen Blitzeinschläge wird St. Hippolyt im Volksmund auch „zum bösen Segen“ genannt.

Von Völlan nach St. Hippolyt
Von Völlan (696 m) gelangen wir auf dem stimmungsvollen Weg Nr. 10 in 40 Minuten zum Gasthaus Völlaner Badl (832 m). Wie auch in anderen Heilbädern des 19. Jh. üblich, gibt es eine Hauskapelle, die noch heute Teil des Gasthauses ist. Am Bach geht es zuerst am Weg Nr. 8a hinab, später nehmen wir die Wege Nr. 7 und 5. Nach 1½ Stunden sind wir auf dem Hügel von St. Hippolyt (759 m). Auf der Kuppe kann man sich bei der Suche nach Schalensteinen vergnügen (vor allem nördlich des Kirchleins). Auf dem gleichen Weg geht es hinunter bis zur Wegkreuzung. Wer einkehren möchte, der kann von hier in 15 Minuten zum Götzfried-Keller (610 m) Richtung Etschtal absteigen. Der Hof geht auf das Jahr 1470, der Wachturm sogar auf das Jahr 1313 zurück. Zur Wegkreuzung unterhalb von St. Hippolyt zurückgekehrt, gehen wir auf den Wegen 7 und 8 in 30 Minuten vorbei an der schattigen Obertalmühle und der „Römerbrücke“ zurück nach Völlan.

> Infos in kürze

Faszinierender Siedlungs- und Kultplatz der Steinzeit mit herrlicher Aussicht, angenehme Rundwanderung durch Wälder und Obstwiesen oberhalb des Etschtales. Gehzeit rund 3 Stunden, 430 Höhenmeter, 9 km. Anfahrt: von Lana bis nach Völlan, Parkplatz im Ortszentrum.
Einkehr: Gasthaus Völlaner Badl: Traditionsbad und beliebtes Restaurant, Fr Ruhetag, Tel. 0473 568059; Götzfried-Keller: Antiker Hof, Schweinsrippchen und hausgemachte Säfte probieren, von Mitte März bis Mitte Juni und von Ende August bis Mitte November geöffnet, Di Ruhetag, Tel. 0473 562772, www.goetzfried.it

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