Von Marling aufs Vigiljoch

St.-Felix-Kirche bei Marling (Foto: Oswald Stimpfl)

Von Marling aufs Vigiljoch

Wir erklimmen das Vigiljoch über den bewaldeten Nordosthang von der Marlinger Seite aus und wandern zur Schwarzen Lacke mit dem Gasthaus Seespitz sowie zur St.-Vigilius-Kirche – eine lange und anstrengende Wanderung.

 

Wir starten auf dem Dorfplatz von Marling (377 m) und gehen auf der Franz-Innerhofer- Straße bis zum Hotel Oberwirt, wo wir in den St.-Felix-Weg einbiegen. Der asphaltierte Weg (Markierung Nr. 35) führt Richtung Norden am Gasthaus Enzian vorbei, ehe er als Steig in den Wald eintritt. Am rechten Wegrand liegen der Zeisalter-Hof und die kleine gotische Kirche St. Felix, die über Algund, das Meraner Becken und auf die gegenüberliegende Talseite bis Dorf Tirol blickt. Das Kirchlein wurde bereits im 13. Jh. erwähnt, davor war an dieser Stelle vermutlich ein Quellheiligtum. Im Boden des Langhauses, unter einer rechteckigen Bodenplatte, befindet sich ein offener Brunnen mit Sickerwasser, dem vom Volk Heilkräfte zugeschrieben werden. Auf einem metallenen Türbeschlag, der an der Tür über dem Schlüsselloch angebracht ist, ist ein türkischer Hellebardenträger mit einem Säbel zu sehen. Die Fenster an der Westwand erlauben einen Blick ins Innere: auf den barocken Altar und das gotische Kreuzgratgewölbe. Das Altarbild zeigt Felix von Nola – er lebte im 4. Jh. – im Priestergewand und mit der Märtyrerpalme, die Seitenstatuen sind Abbilder der Ärzteheiligen Cosmas und Damian. Wir lassen nun die Obstgärten hinter uns und steigen auf einem alten, teilweise mit abgewetzten Steinplatten gepflasterten Weg durch Mischwald aufwärts. Nach 1½ Stunden schweißtreibenden Aufstiegs treffen wir auf die asphaltierte Höfezufahrt zu den Quadrathöfen. Wir folgen ihr bis zum ehemaligen Gasthaus Mühltal. Der Weg zieht sich nun als Güterweg in Kehren bis zum ca. 150 m höher gelegenen Eggerhof (1262 m) hin, der inmitten weiter Wiesen übers Land schaut. Vom Eggerhof wandern wir weiter zum Almboden, wo eine Bank zur Rast einlädt. Leider ist der Holzbrunnen meistens ausgetrocknet. Von Marling aus sind es bis hierher knapp 3 Stunden Gehzeit. Beim Almboden kreuzen sich viele Wege. Wer keine Kondition mehr hat, der nimmt den ebenen Weg Nr. 31, den sogenannten Eggersteig, der den Wanderer in ungefähr 1½ Stunden zur Bergstation der Seilbahn aufs Vigiljoch (1500 m) bringt. Alle anderen gehen auf Weg Nr. 9 weiter – mal geht es über breite Güterwege, mal werden mit einem Steig die Straßenkehren abgekürzt. Nach einer guten Stunde Gehzeit (ab Almboden) ist das Gasthaus Seespitz (1748 m) an der Schwarzen Lacke, einem verlandeten, sumpfigen See, erreicht, wo es sich herrlich rasten und speisen lässt. Für den Rückweg gibt es mehrere Möglichkeiten: Wir können über das St.-Vigilius-Kirchlein (1793 m) zur Bergstation des Sesselliftes (1814 m) gehen und gemütlich bis zur Bergstation der Seilbahn fahren oder über den Panoramaweg direkt zur Bergstation der Seilbahn absteigen. Von der Seilbahntalstation bringt der Bus (Haltestelle Nähe Talstation) den Wanderer nach Marling zurück.

 


Diesen und weitere Wandertipps zum autofreien Vigiljoch finden Sie im unten erwähnten Buch.

> Infos in kürze

Lange Wanderung mit großem Höhenunterschied auf nicht sehr steilen Wegen, deshalb angenehm, auch im Sommer, da große Waldstücke durchquert werden.
Gehzeit: ca. 5 Stunden, 1490 Höhenmeter
Tourlänge: 10,2 km.
Einkehrmöglichkeiten: Gasthof Seespitz, Gasthof Jocher, Gasthof Sessellift, Stube Ida im vigilius mountain resort

Von Marling aufs Vigiljoch

Oswald Stimpfl

Erlebnis Vigiljoch

Wandern, Ski fahren, einkehren, Kultur erleben

Der Wander-, Gastronomie- und Kulturführer zum autofreien Erholungsgebiet bei Meran.