Ins Reich von König Laurin: Wandern unterm Rosengarten

Der Rosengarten (Foto: Oswald Stimpfl)

Ins Reich von König Laurin: Wandern unterm Rosengarten

Eine unglückliche Liebe ist der Ursprung des in der Dämmerung rot leuchtenden Rosengartens – so erzählt die Sage über König Laurin und die geraubte Prinzessin Similde. Doch eigentlich geht beim Anblick der mächtigen Felszacken, die sich über dem Wald im Talschluss von Tiers erheben, das Herz auf! Diese Wanderung führt zur Plafötsch-Alm und weiter zur Hanicker Schwaige zu Füßen der verzauberten Felswände.

 

Auf einer Wiesenkuppe, auf 1570 m, geschützt durch einen Waldrücken, liegt einsam die Plafötsch-Alm (in vielen Karten auch als Plafetsch bezeichnet): ein einfaches Berggasthaus, wie geschaffen als Stützpunkt für Wanderungen, Klettertouren oder einfach nur zum Träumen und Ausspannen. Die Alm ist von der Nigerpassstraße her auf breitem, bequemem Weg mühelos in einer halben Stunde zu erreichen. Auf dem kleinen Platz mit den Birken vor dem Haus sind Holztische aufgestellt; es gibt einfache Gerichte, selbst gemachte Säfte und Mehlspeisen. Doch der eigentliche Grund, dieses schöne Fleckchen Erde zu besuchen, ist der einzigartige Blick zur Rosengartengruppe – mit Vajolettürmen, König-Laurin-Wand und Rosengartenspitze – und natürlich die Aussicht, auf den Bergwiesen rundum, im nahen Wald oder am Bächlein in der Nähe seine Decke auszubreiten – für ein Picknick oder zum Baumelnlassen zweier Seelen.

 

Wanderung
Von Plafötsch aus führt ein Steig (Mark. 7) zu den Angelwiesen (1865 m), die über die Baumgrenze ansteigen. Am oberen Ende der Wiesen, von den letzten windzerzausten Zirbelkiefern verdeckt, steht ein kleines Holzhäuschen, die Berglerhütte (2022 m), einst und jetzt Stützpunkt einer Bergsteigergruppe, eben der „Bergler“, die von hier aus die Führen im Rosengartenmassiv in Angriff nehmen. Der Blick schweift von Bozen, das tief im Talkessel im Dunst liegt, bis zu den vergletscherten Bergen im Westen, im Osten ragen zum Greifen nah die himmelhohe Laurinswand und die filigranen Vajolettürme empor. Von der Berglerhütte geht der Weg in einer Viertelstunde zur bereits sichtbaren, bewirtschafteten Hanicker Schwaige (1873 m) – einem beliebten Ausflugsziel – steil hinab. Nach einer weiteren Dreiviertelstunde gelangt man zurück nach Plafötsch.

 

Ein Tisch für zwei
Berggasthof Plafötsch: Einfache, herzhafte Hausmannskost, Kuchen und Säfte. Geöffnet im Sommer, kein Ruhetag, Tel. 347 4627329
Hanicker Schwaige: Urige Alm, abseits vom Verkehr. Viele Holztische im Freien. Gute Kuchen. Keine Übernachtungsmöglichkeit. Geöffnet von Ende Juni bis Mitte Oktober, kein Ruhetag, Tel. 338 5671400

 

Diesen und weitere Wandertipps mit zusätzlich Kartenskizzen finden Sie in unten erwähntem Buch.

> Infos in kürze

Gehzeit: bis Plafötsch ½ Stunde, 270 Höhenmeter. Plafötsch – Berglerhütte und zurück: 3 Stunden, 450 Höhenmeter
Anfahrt: mit dem Auto von Bozen etwa 15 km bis Tiers und weiter auf der Nigerpassstraße bis zur beschilderten Abzweigung des Wanderwegs nach Plafötsch bei 1300 Hm. Die tiefer gelegenen beschilderten Abzweigungen mit längerem und steilerem Zugangsweg nicht beachten!