Gabriela Oberkofler

Alles wieder zurück

Hg. von Andrea Jahn / Stadtgalerie Saarbrücken / Kunstverein Ulm
Mit Texten von Nina Bußmann, Andrea Jahn, Monika Machnicki

Schweizer Broschur
144 S., 14,7 x 20,3 cm

ISBN 978-3-85256-653-5

€ [D/A] 19,90 / € [I] 18,80

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Oberkofler, Gabriela zeitgenössisch Kunst Südtirol Leben Beziehungen Sehnsucht Tradition Nähe Natur Tod Gesellschaftskritik


Keine falsche Idylle – schöne Bilder mit radikalem Inhalt

Oberkofler setzt sich nüchtern, eigenwillig, doch humorvoll mit Identität und ihrer Heimat sowie mit deren Verlust auseinander. Gegenstand ihrer Kunst sind häufig Tiere (Insekten, Vögel, Pferde, Hunde, Hühner), aber auch Rapsfelder, Heuballen, Zäune.
In ihren akribisch ausgeführten Zeichnungen, Gemälden und Installationen stellt sie die Schönheit und deren Endlichkeit dar; radikal führt sie Zerfall und Auflösung vor Augen: Die Komposition Vogelbeerbaum enthüllt erst auf den zweiten Blick, dass da neben roten Beeren kopfüber tote Vögel hängen. Im Bild Pferd schaut einen ein mit hauchfeinen Strichen gezeichnetes Tier an, angebunden und aus Maul und Nüstern blutend.
Verstörend auch die Vitrine mit Käfern, Fliegen, Schlangen und Salamandern – Unfallopfer – präsentiert wie Preziosen. Die Tiere werden zur Metapher für den Verlust der eigenen Identität. Zäune und Käfige werden zu Sinnbildern für eingefahrene Strukturen und Reglements, die Oberkofler mit Vergnügen zerpflückt.
Die Künstlerin verarbeitet ihre Erinnerung an ihre ländliche Herkunft und schafft Analogien zwischen Tier und Mensch, Tradition, Heimat, Verlust, Weggehen, Rückkehr, Neuanfang.