Ein Jahr auf der Hochebene
Roman
Aus dem Italienischen und mit einem Nachwort versehen von Claus Gatterer.
Gebunden mit Schutzumschlag, 238 S., 13,5 x 21 cm
ISBN 978-3-85256-331-2
vergriffen
Der Offizier Lussu erzählt mitfühlend von der Dummheit und Sinnlosigkeit jeglichen Krieges. Eines der wichtigsten Bücher über den Ersten Weltkrieg.
Schauplatz ist das Hochplateau von Asiago, wo Emilio Lussu als junger Offizier von Juni 1916 bis Juli 1917 in Stellung lag. Lussu notiert höchst literarisch persönliche Erinnerungen, frei von Pathos und Sentimentalität. Er schildert episodenhaft ein Kriegsjahr mit den duldenden, kämpfenden, sterbenden „unbekannten“ Soldaten als den eigentlichen Protagonisten. Der Roman ist kein antimilitaristisches Pamphlet, vielmehr liegt die Aussage im Geschehen: Der Militarismus nimmt Fleisch und Blut an, etwa in der Gestalt des Generals Leone, der den Krieg um des Krieges willen liebt und einer Laune wegen Soldaten in den Tod hetzt, oder in jener des Generals Piccolomini, dessen Unfähigkeit nur von der patriotischprofessoralen Geschwätzigkeit überboten wird. Jenseits der tragischen oder komischen Begebenheiten, jenseits von Heldentum, Hölle und Tod beschwört Lussu immer wieder das staunende, das glückliche und verzweifelte Gesicht des Menschen, der, ob armer gutmütiger Bauer oder verpfuschter Offizier, auf jeden Fall Verlierer in einer sinnlosen Tragödie ist.


