Aus einem Tagebuch der Nicht-Ereignisse
Gedicht
Aus dem Englischen von Peter Waterhouse
Mit Zeichnungen von Gotthard Bonell
Dt./Engl., franz. Broschur, 146 S., 13,5 x 21 cm
ISBN 978-3-85256-270-4
€ [D/A] 18,00 / € [I] 17,00
Lieferbar
„Aus einem Tagebuch der Nicht-Ereignisse“ schließt die mehrbändige von Peter Waterhouse herausgegebene Hamburger-Edition ab.
Nicht-Ereignisse sind Zeichen aus einer nicht regellosen, aber unregulierbaren, nicht regierbaren Welt, die der menschlichen Manipulation und Sprache nicht erreichbar ist, einer Welt, die sich zusammensetzt aus Wind, Regen, Kälte, Frost, Bäumen, Blumen, Tieren, besonders den Vögeln und all ihren Sprachen. Es sind Zeichen aus der nicht-übersetzten Welt, die noch nicht in den Besitz der menschlich- pseudomenschlichen Worte übergegangen ist. Vor allem der Fortschritt und die Identität sind es, die die Welt so weltlos machen. Die Vögel aber beispielsweise haben sich keine Identität erfunden, und sie verstehen es darum zu sterben. Mit ihrem Tod erleiden sie keinen Verlust an Identität, Selbstsein, Selbständigkeit; wenn sie sterben, bleiben sie im Bereich des Potenziellen und der Latenz. Die Sache der Tiere und der Natur sind die Umwendung, die Wiederkehr, das Konvertieren (im Sinn der Vertumnen, der Wandelgötter), darum gehören sie einer Welt des Erinnerns und der Rückkehr an. Vielleicht sterben die Tiere deswegen leichter, besser, weil sie erinnerungsfähiger sind als die Menschen. Fortschritt ist ein furchtbarer Tod.


