Hrsg. von

Bernhard Fetz

Klaralinda Ma

Wendelin Schmidt-Dengler

Phantastik auf Abwegen

Fritz von Herzmanovsky-Orlando im Kontext. Essays. Bilder. Hommagen

Mit weiteren Beiträgen von: Friedbert Aspetsberger, Bernhard Fetz, Michael Hirsch/Marcel Illetschko, Klaralinda Ma, Clemens Ruthner, Wendelin Schmidt-Dengler, Juliane Vogel, Astrid Wallner, Maria Winkler

Franz. Broschur, 200 S. mit s/w- und farbigen Abb., 13,5 x 21 cm

ISBN 978-3-85256-286-5

€[D/A] 19,50 / €[I] 18,50

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Der bedeutende Zeichner und originelle Autor Herzmanovsky-Orlando war skurriler Schilderer des alten Österreich mit anarchischem Witz und avantgardistischer Verve.

Eine Jugend im großbürgerlichen Ambiente des Wiener Verdienstadels, Architekturstudium an der TH in Wien, Freundschaften mit Kubin, Oskar A. H. Schmitz, Meyrink, Wolfskehl und dem Sammler Anton Maria Pachinger, die ihm bis in die antirationalistischen und mystischen Geisteshaltungen folgten. Aus gesundheitlichen Gründen 1916 Übersiedelung nach Meran, wo sich Herzmanovsky-Orlando als Privatier der Kunst zuwandte – zunächst dem Zeichnen, mit zunehmend surrealistischen Stilelementen, dann dem Schreiben. Doch ist er als Schriftsteller keineswegs so erfolgreich wie als Zeichner (wohl aufgrund der erotischen Sujets). Nur der erste Teil der Romantrilogie „Der Gaulschreck im Rosennetz“ und die Novelle „Der Kommandant von Kalymnos“ erschienen zu Lebzeiten des Autors. Die Grundidee seines gesamten Werks ist im Wesentlichen der Sieg mutterrechtlicher Ordnungen über jene des Patriarchats. Produkte männlichen Geistes – seien es Staatsformen, Wissenschaften oder Ideologien – erweisen sich grundsätzlich als wenig stabil.