Indien. Ein Geruch
Transfer Bibliothek LXXXVIII
Gebunden mit Schutzumschlag, 88 S., 13,5 x 21 cm, zahlreiche s/w-Fotos
ISBN 978-3-85256-474-6
€ [D/A] 19,50 / € [I] 18,50
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Traumfabrik mit schmutzigen Füßen – ein ungeschönter weiblicher Blick auf ein Land zwischen Traditionalismus und radikalem Umbruch.
„Es ist ein Geruch, der Indien ausmacht. Moder. Meer. Rauch. Abgase. Aasgeruch.“ Maria Brunners Texte sind Skizzen von indischen Städten, Straßen und Universitäten, Slums und Meditationszentren – leise, poetische Annäherungen an die mitunter grausame Realität, polemisch, reflexiv und kontrastreich wie das Land selbst. Vor dem historischen Hintergrund gewähren sie einen parteiischen weiblichen Einblick in das heutige Indien: Modern India – in the hands of fate. Indiens gebildete junge Frauen glauben an die Liebe fürs Leben. Bis in den Tod. Die verbrannten Frauen, es gibt sie noch. Hindus gehen davon aus, dass Ehen nur einmal im Leben geschlossen werden. Die Kosten für die Traumhochzeit vor Bollywood-Kulissen zahlt die Familie der Braut. In manchen Landesteilen wird dafür gesorgt, dass bedeutend weniger Mädchen als Jungen geboren werden. Das Überleben findet auf der Straße statt. Im Sonnenlicht und Straßenlärm, zwischen Bettlern, Suppenküchen und Schlangenbeschwörern. Prostitution gibt es laut Verfassung nicht, wer Aids hat, weiß oft nicht, was Aids ist. Indien kennt kein Mitleid.


